The Essenz of Belly Dance

Ein paar Gedanken nach dem Training und meinen Anstrengungen die Essenz des Tanzes, die Schwingung der Musik, das ästhetische und ausgewogene Verhältnis zwischen Einfachheit und den Sahnehäubchen (die wohl platziert werden wollen) in einer Performance, zwischen Natürlichkeit und Erhabenheit und nicht zuletzt auch meine eigene tänzerische Persönlichkeit zu finden.

Ich neige dazu immer erstmal zuviel in ein Stück zu packen und muss mit der Nase immer wieder auf die Einfachheit gestoßen werden. Das es nicht nötig ist und entgegen dem was man evtl. denkt nicht mehr Eindruck macht besondere „Kunststücke“ und „sportliche Leistungen“ einzubauen.

Stattdessen ist es nötig genau hinzuhören, das zu packen was unter der Oberfläche liegt. Aber dabei nichts aufzusetzen und künstliche Gesten einzubauen oder mehr zu interpretieren als das was die Musik eigentlich sagt, bzw eher vlt. ein wenig weniger.
Man muss nicht alles interpretieren, einen Salto mit Shimmy und Ohrenwackeln darbieten. Das man technisch tanzen kann ist klar und muss nicht bewiesen werden, was es aber zu zeigen gilt ist eine stimmige Umsetzung der Musik und Bewegungen und auch Pausen die über die reine mechanische Technik hinausgehen, mit Energie und der viel gesuchten Essenz gefühlt sind.
Eine gewisse Sorgfältigkeit bzgl. eines stimmigen Gesamtbildes. Ein Kostüm ist z.b nicht ein hübsches Accessoire das sich beliebig zu allem tragen läßt. Viel eher bildet es eine Einheit mit einem bestimmten Stück, alles ist von der Sohle bis zum Scheitel auf die Gesamtperformance und den Kern, ja die Seele der Musik abgestimmt. Natürlich auch über die äußere Erscheinung hinaus, aber das ist ja klar.

Dies ist glaube ich der Knackpunkt, denn im Grunde ist das was wir suchen schwer zu erklären und wenig fassbar. Wir wissen es ist da in dem Moment in dem wir es bei Tänzerinnen und Tänzern sehen, es fällt auf, denn wenige haben es.

Vielleicht ist hier der Ansatzpunkt für die mittlerweile mannigfaltigen verwestlichten Ausbildungskonzepte, Tanztherorien und Vermischungen bzw „Anreicherungen“ mit westlicher Tanzkunst. Dies ist ganz wertfrei gemeint, denn der Ansatz ist durchaus verständlich. Vielleicht entspringt soviel von dem was wir heute auf den Bühnen sehen aus dem Versuch, dem Wunsch eben dieses Unfassbare zu greifen und sich dienstbar zu machen?
Leider scheint es so zu sein, dass diese Essenz sich nicht greifen lassen möchte, denn oft bemerke ich, dass ich bei Darbietungen auf eben diesem gerade beschriebenen Hintergrund dieses spezielle Gefühl was eben so schwer zu beschreiben ist nicht bekomme.
Mittlerweile bevorzuge ich oft was nicht wirklich erklärbar, sondern nur zu beobachten ist. Es entspricht dem gesuchten Kern glaube ich am ehesten.

Die Beobachtung ist natürlich rein subjektiv und einfach ein Gedanke aus meiner sehr persönlichen Perspektive.

Ich für meinen Teil bleibe bei der „Schürfarbeit in der Goldmiene“ auf meiner weiteren Suche nach dem, was die ganzen wundervollen Tänzerinnen auf meine alten VHS Kassetten haben und was ich bei sovielen vermisse.

Mal sehen wie weit mich das Training morgen bringt.
Der Weg ist das Ziel :)

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Yuliyah (Samstag, 26 April 2014 11:12)

    Ich versuche mittlerweile möglichst unverkopft zu tanzen: eine Sache, die mir und vermutlich vielen anderen westlichen Tänzerinnen sehr schwer fällt. Ich denke, selbst die beste Choreografie ist und bleibt eine Kopfsache und kann niemals so viel geben, wie ein freier und spontaner Tanz, der im Augenblick entsteht.
    Ich bin aber nicht sicher, ob ich schon an dem Punkt bin, an dem das wirklich so ist. Vielleicht ist es, wie du schon sagtest: Der Weg ist das Ziel. :)